Lupenbrillen und Beleuchtungen / Orascoptic Lupensysteme / Was ist wirklich wichtig?
Ausdruck der Seite: www.sigmadental.de/de/optik/orascoptic_lupensysteme/was_ist_wichtig.php - 21.09.2017 - 12:29:12

Was ist wirklich wichtig?

 

Entdecken Sie die Leichtigkeit des Sehens!

Der Einsatz eines Lupensystems in der Zahnarztpraxis ermöglicht eine entscheidende Verbesserung der Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.

Doch welches System ist das richtige? Und wie wichtig sind in diesem Zusammenhang Schlagworte wie:

• Auflösung        • Sichtfeld        • Tiefenschärfe        • Ergonomie        • Vergrößerungen

Nachfolgend finden Sie hierzu einige Erläuterungen, die Ihnen bei der richtigen Wahl eines Lupensystems sicherlich helfen werden:


Was bedeutet eigentlich „Vergrößerungen“?
Definition: Verhältnis der Netzhautbildgrößen mit und ohne Lupensystem.

Die Angabe der Vergrößerung hängt von verschiedenen Faktoren ab, die von jedem Hersteller selbst definiert werden. Bis heute gibt es leider keinen einheitlichen Standard zur Definition von Vergrößerungsstufen. Somit sind die reinen Vergrößerungszahlen der einzelnen Systeme nicht direkt miteinander vergleichbar.

Stärkere Vergrößerungen erlauben dem Behandler zwar, feinere Strukturen zu erkennen, aber die Schärfe der vergrößerten Struktur ist ein Problem. Auch hier liefern nur ausgezeichnete optische Systeme eine ausgedehntere, vergrößerte Sicht, die nicht „verschwommen“, sondern gestochen scharf ist.



Was bedeutet eigentlich „Auflösung“?
Definition: Kleinster Abstand zwischen zwei Punkten, damit sie getrennt wahrgenommen werden können.

Ein hochwertiges Lupensystem zeichnet sich durch perfekt aufeinander abgestimmte, erstklassige Einzelkomponenten aus, die mit größter Sorgfalt verarbeitet werden. So erhält man eine brillante Auflösung, die eine detailgetreue Wiedergabe kleinster Strukturen ermöglicht. Die Bildauflösung hängt nicht nur von einer stärkeren Vergrößerung ab, sondern vor allem auch von der optischen Qualität der Linsen.

Werden diese Voraussetzungen erfüllt, wird das Zielbild sehr scharf und deutlich im gesamten Sehfeld erscheinen, ohne Verzerrung oder Farbverfälschungen. Durch mehrlinsige Qualitäts-Systeme werden Abbildungsfehler weitgehend beseitigt. Diese Abbildungsfehler stellen sich z. B. in Form von Randunschärfen und Farbfehlern dar.



Was bedeutet eigentlich „Sichtfeld“?
Definition: Größe des sichtbaren Bereiches, bezogen auf eine bestimmte Arbeitsentfernung

Ein großes Sichtfeld sorgt für einen optimalen Überblick über das Behandlungsgebiet. Mit zunehmender Vergrößerung verkleinert sich das Sichtfeld. Somit ist es immer wichtig, vor dem Kauf genau zu überlegen, für welche Anwendung das System genutzt werden soll.
Übrigens: Verschiedene Anwendungsbereiche können unterschiedlich große Sichtfelder erfordern.




Was bedeutet eigentlich „Tiefenschärfe“?
Definition: Die Tiefenschärfe bezeichnet die räumliche Tiefe, in der die vorliegende Motivsituation scharf abgebildet wird.

Jedes Lupensystem hat eine bestimmte Arbeitsentfernung, für die es berechnet worden ist. Bei individuellen Systemen kann der Arbeitsabstand vorgegeben werden, bei anderen wiederum gibt die Vergrößerung den Abstand vor. Eine große Tiefenschärfe ermöglicht dem Betrachter immer ein deutliches Bild, auch wenn die Entfernung zum Objekt verändert wird. Die dadurch gewonnene Bewegungsfreiheit entlastet nicht nur die Augen, sondern auch den gesamten Nackenbereich.

Übrigens: Nur durch präzise gearbeitete und aufeinander abgestimmte Linsen und Okulare erhalten Sie eine große Tiefenschärfe!




Was bedeutet eigentlich „Ergonomie“?
Definition: Lehre von der menschlichen Arbeit, die sich mit der optimalen Anpassung der Arbeit an die Eigenschaften und Fähigkeiten des arbeitenden Menschen befasst.

Ein geringes Gewicht und eine gute Balance machen den eigentlichen Komfort eines kompletten Lupensystems aus. Gerade bei Neuanwendern ist das Gewicht mit das wichtigste Entscheidungskriterium. In diesem Zusammenhang ist es besonders gut zu wissen, dass mit der Zunahme der Vergrößerung auch die Okulare größer werden und sich damit das Gesamtgewicht immer etwas erhöht. Aber nicht nur das Gewicht der Lupenbrillen, auch der Neigungswinkel der eingebauten Okulare und der daraus resultierende Neigungsgrad des Kopfes spielen eine sehr wichtige Rolle.


In Verbindung mit der individuellen Arbeitsentfernung verhilft der optimale Neigungswinkel zu einem bequemen und konzentrierten Arbeiten über einen langen Zeitraum. Durch die damit korrekte ergonomische Haltung werden zusätzlich Beschwerden im Nacken- und Rückenbereich verhindert. 


Entscheiden Sie sich also immer für ein Modell, das den für Sie richtigen Arbeitswinkel bietet bzw. wo der jeweils erforderliche ergonomische Neigungswinkel gewählt werden kann.


Lupentypen und Vergrößerungsstufen
Leider halten einige Lupenproduzenten immer noch an der mittlerweile überholten Tradition fest, die irrtümlich die Vergrößerungsstufen als wichtigstes Merkmal festlegt. Zusätzlich kennzeichnen die Hersteller ihre Produkte überwiegend nach ihren selbstdefinierten Vergrößerungsstufen. Dies irritiert mehr, als dass es bei der Wahl der richtigen Vergrößerungsstufe hilfreich wäre.

Die Vergrößerungsangaben dienen maßgeblich einer Orientierung und lassen höchstens eine Klassifizierung der einzelnen Systeme zu, je nachdem, für welchen Zweck ein Lupensystem benötigt wird. Ein realistischerer Ansatz besteht darin, die Produkte in Gruppen einzuteilen, ähnlich wie in der Automobilindustrie (z. B. Kleinwagen, Mittelklasse- und Oberklassewagen). Es muss ein einfaches System sein, welches sowohl dem professionellen Anwender als auch dem Interessierten ohne Vorkenntnisse in einem klaren Verständnis die zur Verfügung stehenden Wahlmöglichkeiten aufzeigt.


Möglichkeit einer Gruppeneinteilung:

 Klasse I         

Einlinsige Systeme (z. B. Lesebrillen mit geringen Vergrößerungsmöglichkeiten) 

 Klasse II  2,0 – 2,9fache Vergrößerung, in der Regel Galilei’sches System, bestehend aus einer
Pluslinse als Objektiv und einer Minuslinse als Okular.               
 Klasse III  

 Klasse IV 

3,0 – 3,9fache Vergrößerung*

4,0 – 4,9fache Vergrößerung.

Die beiden letzten Klassen sind in der Regel Prismenlupen (nach Kepler), benannt nach dem Prisma zwischen dem positiv brechenden Okular und Objektiv, welches dem Betrachter ein aufrechtes Bild liefert.

* Bei einigen Klasse III-Lupen handelt es sich um Galilei‘sche Systeme mit engem Sichtfeld.


Dioptrien oder Vergrößerung?
Manche Hersteller bringen die Faustregel, die Dioptriewert und Vergrößerung in Beziehung setzt, durcheinander. Der technische Bereich der Optik kann schwer zu verstehen und irreführend sein.

Eine Dioptrie ist eine optometrische Maßeinheit, die reziprok zur Brennweite einer einfachen Linse, gemessen in Metern, ist**. Der Dioptriewert entspricht der Brechkraft (der Fähigkeit, Lichtstrahlen zu krümmen) und ist lediglich auf einfache Linsen anwendbar.

Im zahnmedizinischen Bereich eingesetzte Lupensysteme verfügen über mehrere positive und negative Linsen. Da auch verschreibungspflichtige Korrekturlinsen eingesetzt werden können, steht die tatsächliche Dioptriestärke (oder refraktive Stärke) einer Lupe in keinem einheitlichen Zusammenhang mit ihrer Vergrößerungskraft.


Fazit
Mit einem Lupensystem werden die Augen entlastet und die Körperhaltung ist unverkrampft und entspannt. Dadurch reduzieren sich (spät-)gesundheitliche Schäden im Nacken-, Rücken- und Schulterbereich bei den Verwendern solcher Systeme.

Beim Kauf eines Lupensystems sollten Sie folgendes berücksichtigen:

  • Ein größeres Bild bedeutet nicht unbedingt eine bessere Sicht!
  • In erster Linie immer auf die Auflösung und das Sichtfeld achten und nicht nur auf die Vergrößerung! Die besten Lupensysteme schaffen eine Synergie aus allen Komponenten!
  • Immer für ein Modell entscheiden, welches den richtigen Arbeitswinkel bietet!

** General Ophthalmology, Zehnte Ausgabe, 1989


↑ nach oben

Deutsche Website English website
Produkte von A–Z